Lange Fahrt, langes Spiel, geiler Sieg

Die VGF gewinnt ihr drittes Spiel in Folge beim TSV Herrsching II. Am Ende steht ein 3:2 aus Sicht der VGF, was jedoch lange nach einem 3:0 ausgeschaut hat.

VGF: Zusann, Basti Rahn, Jan und Joschi Liebscher, Weber, Lindner, Köppel, Schmid, Drechsel

Sätze: TSV:VGF 2:3 (22:25/21:25/25:22/25:20/8:15)

Spielzeit: 103 Minuten (21/22/23/25/12)

Ja es hätte vielleicht schneller sein können, oder auch einfacher, doch ob es am Ende besser für die weitere Saison gewesen wäre. So standen die zwei Oldies Jan und Joschi Liebscher nach dem Spiel mit einem Siegerbier in der Hand beieinander und diskutierten über den Spielverlauf. Vor allem über das Spielgeschehen, nachdem die VGF den TSV 50 Minuten an die Wand gespielt hatte und schon wie der sichere Sieger aussah. Doch beide waren einer Meinung: so war das viel besser, als ein glatter 3:0-Sieg in Herrsching. Warum werden sich jetzt sicherlich viele Leute fragen. Ganz einfach. Die VGF spielte bis zur 18:15 Führung im dritten Satz groß auf und zerlegte Herrsching in seine Einzelteile. Doch dann verlor sie plötzlich zweieinhalb Sätze den Faden, um im Tiebreak nochmal eine Glanzleistung hinzulegen. Ganz wichtig für das Team der Oberfranken: es konnte sich aus eigener Kraft wieder aus einem tiefen Loch ziehen, sich aufraffen und sich zu Höchstleistungen anspornen, als keiner mehr an die VGF geglaubt hatte.

Schon Freitag Abend flatterten die schlechten Nachrichten nacheinander ein. Bestand die ursprüngliche Fahrtenplanung noch aus einen Kleinbus und einem Auto, reduzierte sich das nach und nach auf einen Kleinbus. Schwinger, Sidiki krank, Wenisch persönlich verhindert, Lukas Rahn mit der Jugendnationalmannschaft unterwegs. So schmolz der Kader dahin und die Aufstellung ergab sich quasi von selbst.

Nach kurzem Abtasten im ersten Satz bis zum 18:18 im ersten Satz gelang es der VGF sich zum Ende hin abzusetzen. Vor allem der Aufschlagdruck war in dieser Phase enorm und die Gäste punkteten ein ums andere Mal direkt mit dem Service. Einen konnten sie bei den Hausherren jedoch über die gesamten fünf Sätze nicht halten. Norbert Engemann, ehemaliger Erstligaspieler auf Herrschinger Seite, zeigte was in ihm steckt. Doch das spielte keine Rolle. Die Fichtelgebirgler besannen sich auf ihr Stärken und akzeptierten einfach, dass Engemann kaum zu halten war. Viel wichtiger war es, den Rest der Gegner in Schach zu halten.

Nach dem gewonnen ersten Durchgang glaubten wohl einige Zuschauer, ca. 50 an der Zahl, ihren Augen nicht. 6:0 und 10:1 für die Gäste lauteten die Zwischenstände. Doch die beiden Auszeiten bei 19:15 und 22:19 zeigten, wo die Reise in den nächsten Durchgängen hingehen würde. Herrsching wurde stärker und die VGF zeigte Nerven.

Der dritte Satz gestaltete sich lange ausgeglichen, bis Marktredwitz plötzlich bei einer 18:14 Führung wie der sichere Sieger aussah. Doch das täuschte, es gab einen Bruch im Spiel und die Gäste erholten sich in Durchgang drei und vier überhaupt nicht mehr von diesem Tief. Nichts passte mehr in der Abstimmung, die Aufschläge kamen nicht mehr so druckvoll und Herrsching seinerseits spielte nun recht souverän.

Somit musste das erste Mal in der Saison der Tie-Break entscheiden. Und der hatte es in sich. Ausgeglichen bis zum 6:6 schaltete die VGF plötzlich einen Gang höher und zeigte, wozu sie tatsächlich in der Lage war. Beim 8:6 aus Sicht der Marktredwitzer wurden das letzte Mal die Seiten gewechselt, bevor mit zwei Einerblocks von Janek Lindner und Jan Liebscher die Vorentscheidung erreicht wurde. Der TSV hatte der VGF nicht mehr viel entgegenzusetzen, verbuchte nur noch zwei Punkte und ging als Verlierer vom Feld.

Die VGF hingegen jubelte über zwei wichtige Punkte und die Erkenntnis, dass man sich sehr wohl am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen und ein richtig gutes Spiel machen kann.

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