Banner
Banner 120x600 Denim

Ein Gala-Auftritt der VGF Die Marktredwitzer Volleyballer führen beim 3:1-Sieg im Regionalliga-Gipfeltreffen den TSV Niederviehbach phasenweise vor. Die Mannschaft baut die Tabellenführung aus und steht bereits mit einem Bein in der dritten Liga. Christoph Angermann und Joschi Liebscher sind überragend.

Mit einem 3:1 (25:21/25:21/20:25/25:13)-Erfolg über den TSV Niederviehbach verteidigte die VGF Marktredwitz Platz eins in der Volleyball-Regionalliga Südost. Die Mannschaft wehrte den Angriff des Verfolgers vor der Saisonrekord-Kulisse von 380 Zuschauern in beeindruckender Art und Weise ab und revanchierte sich zudem für die knappe 2:3-Hinrundenniederlage. Damit hat die Truppe von Trainer Pavel Barborka mehr als die halbe Miete in Richtung 3. Volleyball-Liga eingefahren und könnte sich aus den ausstehenden sieben Saisonpartien sogar drei Niederlagen leisten. Es qualifizieren sich die Teams auf den ersten vier Plätzen in der Tabelle.

VGF Marktredwitz: Jan und Joschi Liebscher, Cernousek, Söllner, Forst, Angermann, Wilhelm, Spannig, Richter, Vogt
TSV Niederviehbach: Zacherl, Andi und Florian Tafelmeyer, Wittek, Kovar, Halmanseger, Rosenstock, Willert, Kosnar, Schmucker, Schmuckermaier
Schiedsrichter: Jochen Lehner (Nürnberg)/Thomas Karg (Neustadt/Aisch); Zuschauer: 380; Spielzeit: 78 (20/20/20/18) Minuten; Sätze: 25:21, 25:21, 20:25, 25:13.

Wenn ein gewöhnlich eher kritischer Pavel Barborka das Wort "perfekt" in den Mund nimmt und über den vierten Satz von einer "Gala" spricht, muss schon Besonderes vorgefallen sein. "Wir wollten den Sieg mehr als der Gegner", erklärte ein sichtlich gelöster VGF-Trainer. Angestachelt von der großen Kulisse starteten seine Volleyballer furios und führten die Niederbayern über weite Strecken des ersten Satzes einfach nur vor. Die Gäste wirkten hypernervös, brachten bei dem ohrenbetäubenden Lärm kaum einmal einen Ball unter Kontrolle, obwohl sie "die Atmosphäre genießen" wollten, letztendlich aber an ihr zerbrachen.

Bereits beim Zwischenstand von 14:6 hatten die Gäste ihr Auszeitenkontingent aufgebracht. Die Marktredwitzer lagen zeitweise mit zehn, elf Punkten (17:7, 20:9) vorne und wurden nur zum Ende hin etwas nachlässig. Wie Kanonenkugeln schlugen die Bälle des sich in exzellenter Verfassung vorstellenden Joschi Liebscher ein. "Wir haben uns selbst geschlagen und sind sehr enttäuscht", erklärte TSV-Trainerin Ursula Tafelmeyer, deren Söhne Andreas und Florian selten die erhofften Akzente setzen konnten. Als größtes Manko machte sie die Schwächen in der Annahme und bei den Aufschlägen aus. Dazu hatten die Niederviehbacher offensichtlich Christoph Angermann nicht auf der Rechnung. Der erst vor kurzem von einer Bänderverletzung Genesene machte auf der Mittelposition das Spiel seines Lebens, blockte exzellent und verwandelte Cernouseks Zuspiele als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Schon machte der Scherz die Runde, dass ihm die Ärzte Sprungfedern eingebaut haben müssen. Mit Joschi Liebscher verdiente er sich die Note eins.

Im zweiten Durchgang legten die Niederviehbacher eine Schippe drauf. Nun wurde es die erhoffte Spitzenpartie mit akrobatischen Abwehrleistungen hüben wie drüben. Das Niveau wuchs von Minute zu Minute. Bis zum 9:9 konnte sich kein Team um mehr als einen Zähler absetzen. Selbst den kleinen Zwischenspurt der VGF auf 17:14 korrigierten die Gäste, die vor allem über die Außen brandgefährlich wurden. Der kleine Unterschied: Sie leisteten sich zum Ende hin im Übereifer zwei, drei entscheidende Fehler (23:20). Und schon fuhren die wie aus einem Guss agierenden und von den Bayernliga-Handballdamen der HSG unterstützten Hausherren den Satzgewinn ein. Nach der obligatorischen zehnminütigen Spielpause wollten es die Niederviehbacher noch einmal wissen, setzten sich auf 12:8 und 19:12 ab. Vor allem die harten Aufgaben brachten die VGF im dritten Satz unter Druck, die ihr Spiel nicht mehr so selbstverständlich aufziehen konnte. Trotzdem rissen sich Barborkas Jungs nach dem 12:21 am Riemen und arbeiteten sich auf 18:21 heran. Obwohl es nicht mehr ganz reichte, war die VGF wieder im Spiel und sorgte im vierten Durchgang für eine Volleyball-Demonstration, an der Jan Forst und der in der Abwehr glänzende Timo Wilhelm entscheidenden Anteil hatten. Mit sage und schreibe 25:13 schossen die Marktredwitzer Volleyballer den Gegner aus der Halle, der am Ende entsprechend bedient war und mit ansehen musste, wie die VGF-Fans ihre Spieler für die beste Heimvorstellung minutenlang huldigten.