Zwei Mal führte die VGF Marktredwitz im Spitzenspiel der Volleyball-Regionalliga Südost gegen Meister Grafing und zog nach 91 Minuten mit 2:3 (25:20/15:25/25:20/20:25/9:15) doch den Kürzeren. Die Hausherren schafften es in dem Klassespiel vor etwas mehr als 300 Zuschauern nicht, eine zweimalige Satzführung nach Hause zu bringen.
VGF Marktredwitz: Jan und Joschi Liebscher, Bican, Angermann, Forst, Spannig, Rahn, Knauer, Pflüger, Zakrzewski.
Schiedsrichter: Maier (Dietfurt)/Reil(Parsberg).
Zuschauer: 300. - Spielzeit: 91 (20/18/20/20/13) Minuten.
Obwohl es um nichts mehr ging - die VGF hatte Platz zwei sicher, der Gast die Meisterschaft - durften sich die seit Monaten furios aufspielenden Marktredwitzer über den besten Besuch in dieser Saison freuen. Beide Teams legten sich noch einmal mächtig ins Zeug. Dass am Ende die Grafinger jubelten, lag vor allem daran, dass sie in der entscheidenden Phase besser blockten und vor allem die Netzmitte als verwundbare Stelle bei den Hausherren ausgemacht hatten. Ausschlaggebend war dabei der vierte Durchgang, in dem die VGF das Geschehen bei eigener 12:8-Führung im Griff zu haben schien und drauf und dran war, den Favoriten in die Knie zu zwingen. Zwei, drei Missverständnisse, und plötzlich kippte die Partie. Vor allem die Annahme wackelte unter dem erhöhten Druck der mit vollem Risiko, dazwischen aber wieder extrem kurz und variantenreich aufschlagenden Gäste. VGF- Spielmacher Toni Bican wirkte phasenweise völlig verunsichert, entschied sich oft für den falschen Adressaten. Zu berechenbar waren seine Bälle für die gegnerische Abwehr, die immer schon da lauerte, wo er die Lücke vermutete. Sieben Punkte in Folge buchten die auf einmal aufdrehenden Grafinger. Die Hausherren wehrten sich zwar tapfer, aber das Team konnte nicht mehr an die guten Leistungen im ersten und dritten Satz anknüpfen. Trainer Barborka monierte zudem, dass sich einige bei den Aufschlägen nicht an die Weisung gehalten hatten.
Ganz und gar nicht verstehen konnte Gästetrainer Jürgen Pfletschinger die gelbe Karte (ein Punkt Abzug) gegen seine Person, weil er sich angeblich zu heftig gefreut hatte. "Das ist doch Unsinn in einer solch fairen Partie." Trotzdem sei er froh, dass es hier in dem Hexenkessel um nichts mehr ging. Denn dann hätten die Nerven eine viel größere Rolle gespielt. Und da sei er sich gar nicht mehr so sicher, ob die Seinen die Partie auch gewonnen hätten.