Was für eine Vorstellung! In nicht einmal einer Stunde Spielzeit schoss die VGF Marktredwitz den MTV München mit einem 3:0 (25:14/25:18/25:23) aus dessen Halle und hat sich damit endgültig die Vizemeisterschaft in der Volleyball-Regionalliga gesichert. Es war die höchste Heimniederlage für die Münchner, die bislang alle Spitzenteams bezwungen hatten.
VGF Marktredwitz: Jan und Joschi Liebscher, Bican, Forst, Rahn, Angermann, Spannig, Knauer, Pflüger, Zakrzewski, Cernousek,
Schiedsrichter: Hesse (SW München)/Barschdorf (SC Freising);
Zuschauer: 50;
Spielzeit: 54 (12/22/20) Minuten.
Mit dem zehnten Sieg aus den letzten elf Spielen hätten die Marktredwitzer Volleyballer um ein Haar noch in den Titelkampf eingegriffen. Das unerwartet glatte Ergebnis am Samstag eröffnete zumindest für 24 Stunden die Möglichkeit, die Grafinger am letzten Spieltag noch über das Satzverhältnis abfangen zu können. Doch die Oberbayern gaben sich am Sonntagabend gegen Niederviehbach keine Blöße mehr und fuhren mit einem souveränen 3:0-Sieg die Meisterschaft endgültig ein.
Dennoch war es aller Ehren wert, was die VGF bei den in Bestbesetzung angetretenen Münchnern ablieferte. Trainer Barborkas Truppe wirkte von der ersten Minute an topfit, preschte über 18:8 und 24:12 davon und verwandelte ihren dritten Satzball nach nicht einmal zwölf Minuten.
Im zweiten Satz traf der Tabellenzweite bis zum 10:10 auf heftigere Gegenwehr der Münchner. Mit dem 14:11 gelang es der VGF erstmals, sich entscheidend abzusetzen. Und die Mannschaft gab weiter Gas. Michael Spannig trumpfte mit hoher Qualität in der Annahme auf. Der Weißenstädter Horst Rahn agierte phasenweise wie im Rausch und blockte "sensationell", wie es ein faszinierter Kapitän Jan Liebscher beschrieb. Die Hausherren hatten sich als vermeintliche Schwachstelle für ihre Angriffe den Falschen ausgeguckt und wirkten dementsprechend deprimiert.
Von wegen topmotiviert
Von einer "topmotivierten Münchner Mannschaft", wie sie MTV-Kapitän Hannes Buchner für das letzte Saison-Heimspiel angekündigt hatte, war bis dahin kaum etwas zu spüren. Erst im dritten Durchgang zeigte der bisherige Tabellenfünfte, warum er zu Hause alle Spitzenteams einschließlich Grafing bezwungen hatte. Bis zum 19:19 konnte sich keiner um mehr als einen Zähler absetzen. Dann aber gelang den Münchnern, erstmals in diesem Spiel, mit dem 22:20 ein Zwei-Punkte-Vorsprung.
Doch die von ihrem Trainer klug eingestellte und taktisch wechselnde VGF konterte mit zwei, drei exzellenten Blocks und verwandelte durch Marco Knauer ihren ersten Matchball. Entsprechenden Eindruck hinterließ die Vorstellung auch bei der Grafinger Abordnung, die sich vorsichtshalber als Augenzeuge auf der Tribüne ein Bild von ihrem nächsten Gegner machte und mit ansehen musste, was möglicherweise am nächsten Samstag auch auf sie zukommen könnte.

