Herren 1 – Tabellenführer nur Außenseiter

Die VGF Marktredwitz reist ohne ihren etatmäßigen Spielmacher nach Deggendorf. Philipp Weiß hat das Vertrauen des Trainers. Der Gegner schwimmt auf einer Welle der Euphorie.

Vor ihrer bislang schwierigsten Aufgabe steht die VGF Marktredwitz in der 3. Volleyball-Liga am heutigen Samstag um 19 Uhr beim TSV Deggendorf. Es ist zwar vom Namen her ein bekannter Gegner, von den Gesichtern her jedoch völlig fremd. Gegen den TSV Deggendorf trat die VGF schon etliche Male in der Regionalliga an. Es waren immer sehr spannende Duelle auf Augenhöhe. Vor vier Jahren verzichtete der TSV auf den Aufstieg in die 3. Liga Ost und startete einen Neuanfang. Dieser Neubeginn trägt nun Früchte. Im vergangenen Jahr gewannen die Niederbayern souverän die Meisterschaft in der Regionalliga Süd-Ost, und das, ohne ein einziges Spiel abzugeben. Dabei setzt die Mannschaft überwiegend auf die eigenen Jugend und Spieler aus der Region.

Philipp Weiß

Diese Meisterschafts-Euphorie hat die Truppe mitgenommen und bereits etliche Ausrufezeichen gesetzt. Gegen den VC Gotha drehte Deggendorf einen 0:2-Rückstand und gewann letztendlich das erste Drittligaspiel in der Geschichte des Vereins. Eine Woche später folgte erneut ein Tie-Break-Sieg im Niederbayern-Derby gegen den erfahrenen TSV Niederviehbach. Lediglich gegen den Meisterschafts-Topfavoriten VC Dresden gab es nichts zu holen.

Auch im Umfeld des Vereins tut sich einiges. Regelmäßig besuchen 200 Zuschauer die Spiele der Deggendorfer und sorgen somit für hervorragende Stimmung. Einen glücklichen Zufall hat der TSV dieses Jahr ebenfalls ausgenutzt. Mit Tomasz Wieczorek hat es einen polnischen Erstligaspieler nach Niederbayern verschlagen, der sich letztendlich für ein Engagement in Deggendorf entschieden hat. Er ist die perfekte Ergänzung in einer ohnehin schon perfekt funktionierenden starken Mannschaft.

Die VGF reist erneut mit einem kleinen Kader zum Auswärtsspiel an. Toni Bican, der etatmäßige Spielmacher, ist beruflich verhindert. Hinter Janek Lindner steht ebenfalls ein Fragezeichen. Er laboriert an einer Sehnenreizung an der Hand. Somit stellt sich die Mannschaft quasi von alleine auf. Die Zuspielerrolle übernimmt dabei der 15-jährige Philipp Weiß, der bereits gegen Zirndorf so hervorragend Regie geführt hat. Zudem hat Trainer Milan Cernousek noch Jan Forst als Alternative für diese Position in der Hinterhand.

Trotz der glänzenden Tabellenkonstellation mit Platz eins reist die VGF als Außenseiter an. Mit einem Sieg allerdings könnte sie den goldenen Oktober krönen. Ab November folgen die harten Brocken, wobei bis auf den VC Dresden jedes Team schon Federn lassen musste.

Bericht: J. L., Frankenpost

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