Herren 1 – Die Schmach ist getilgt

Die Volleyballer der VGF Marktredwitz revanchieren sich im Drittliga-Prestigeduell mit einem 3:0-Sieg gegen den VSV Oelsnitz. Michael Spannig zeigt eine klasse Libero-Partie. Die Gäste erweisen sich als unangenehm, lassen aber die Konstanz vermissen.

Bericht: Peter Perzl, Frankenpost

VGF Marktredwitz – VSV Oelsnitz 3:0

VGF Marktredwitz: Jan und Joschi Liebscher, Cernousek, Angermann, Forst, Dehler, Spannig, Klement, Knauer, Vogt.
Schiedsrichter: Wegener (Kulmbach)/ Ruppert (Rottendorf).
Zuschauer: 250. – Spielzeit: 58 Minuten.
Sätze: 25:18, 25:23, 25:21.

Einen versöhnlichen Saisonausklang bescherten die Marktredwitzer Drittliga-Volleyballer 250 Anhängern. Obwohl es für beide Teams um nichts mehr ging – Oelsnitz war abgestiegen, die VGF gerettet – hängten sich vor allem die Hausherren mächtig ins Zeug und feierten einen auch in der Höhe verdienten 3:0 (25:18, 25:23, 25:21)-Erfolg. Damit war die Schmach vom 1:3 aus dem Hinspiel getilgt, als die VGF nach klarer Dominanz das Zepter überraschend noch aus der Hand gegeben hatte.

Die Erleichterung war aus allen Aussagen herauszuhören. Für Treue und Unterstützung bedankte sich Kapitän Jan Liebscher in der Pause vom zweiten auf den dritten Satz bei den vielen treuen Fans, besonders bei den beiden Fanclubs „UM 10“ und „Inferno“. Dieser erst dritte Heimsieg – der letzte datierte vom 19. Januar gegen Kempfenhausen – übertünchte so einiges, was in der Vergangenheit schief gelaufen war. „Gottseidank ist die Saison vorbei“, erklärte ein erleichterter Trainer Milan Cernousek, „ich glaube fest daran, dass wir im nächsten Jahr eine ganz andere Rolle spielen werden.“ Ungern hätte er sich mit einer Niederlage in die Sommerpause verabschiedet, schon aus rein psychologischer Sicht. Bereits am 1. Mai will er mit einem zehnköpfigen Kader das erste Freiluftturnier im tschechischen Kralovice bestreiten und am 1. Juli dann intensiv in die Vorbereitung einsteigen. Diese soll dann lange drei Monate dauern bis zum Ligastart Anfang Oktober 2013.

Gegen Oelsnitz trat mitunter zutage, womit sich die Marktredwitzer Volleyballer oft genug in diesem Spieljahr ein Bein gestellt hatten: „Einige sind viel zu früh mit viel zu wenig zufrieden“, erkannte Cernousek. „Wir müssen uns ständig Druck auferlegen und diesen hochhalten, dann sind wir gut.“ Was im ersten Satz noch so mühelos gelang, als sich sein Team von 6:2 über 10:4 bis auf 21:14 absetzte, gestaltete sich ab Mitte des zweiten schon deutlich schwieriger. Einmal ,weil die Oelsnitzer endlich aus ihrer Lethargie erwachten und phasenweise richtig stark dagegenhielten. Und weil einige im VGF-Ensemble das Nachbarduell nach der hohen Führung viel zu locker nahmen.

Nur gut, dass Libero Michael Spannig in der Annahme einen Schokoladentag erwischt hatte und viele Bälle teils in artistischer Manier entschärfte. Die gute Annahme war letztendlich dafür verantwortlich, dass die VGF oft über die Netzmitte angreifen konnte und den Durchgang nach der von Rudi Liebscher verordneten zweiten Auszeit (24:22) gerade noch ins Ziel brachte. Die Oelsnitzer gaben aber noch nicht klein bei, hatten inzwischen Freude gefunden an dem Spiel und agierten für einen Absteiger phasenweise erstaunlich selbstbewusst. Zwischenzeitlich führten sie sogar im dritten Satz und blockten zahlreiche der Angriffsbälle der VGF Marktredwitz weg. Selbst nach einem 13:17-Rückstand fanden die Gäste noch einmal Anschluss.

Aber immer wenn sie dran waren, trat das ein, was Trainer Mirko Kluth schon so oft erlebte: die Fehlerquote erhöhte sich auf einmal drastisch. „Uns fehlt die Konstanz, und dann kommt auch noch Pech dazu“, bemängelte Kluth, dessen Team in diesem Spieljahr sage und schreibe sechs Mal mit 2:3 unterlegen war. Bezeichnend: Den ersten Matchball der VGF setzte Stefan Timm ohne Not mit einem misslungenen Zuspielertrick ins Netz.

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