Herren 1 – Der Glücksgriff ist 15 Jahre alt

Die Einwechslung von Philipp Weiß bringt der VGF Marktredwitz den ersten Saison-Dreier. Sie biegt vor 360 Fans im dritten Satz einen 4:12-Rückstand um.

VGF Marktredwitz – TSV Zirndorf 3:0

Die VGF Marktredwitz hat in der 3. Volleyball-Liga Ost ihre ersten Dreier gebucht und vorerst die Tabellenführung übernommen. 360 Zuschauer jubelten ihrer Mannschaft am Samstag beim 3:0-Heimsieg über den TSV Zirndorf zu. Die junge Truppe zeigte dabei vor allem in den engen Phasen ihre besten Leistungen und bog im dritten Satz dank des erst 15-jährigen Philipp Weiß in der Spielmacherrolle sogar einen 4:12-Rückstand zum Matchgewinn um.

Gestern ließ die Mannschaft im Auswärtsspiel in Amberg gegen das Volleyball-Internat vom VCO Kempfenhausen noch einen 3:1-Erfolg folgen. Trotz fast optimaler Ausbeute von nunmehr vier Siegen in Serie
zum Ligaauftakt sieht Trainer Milan Cernousek keinen Grund, das Saisonziel Klassenerhalt nach oben zu korrigieren.

VGF Marktredwitz: Jan Liebscher, Weiß, Bican, Joschi Liebscher, Soderer, Schwinger, Forst, Koran, Janek Lindner, Jonas Lindner.
Schiedsrichter: Ehrbar (Schwaig)/Lehner (Nürnberg).
Zuschauer: 360.
Spielzeit: 74 (27/21/26) Minuten.
Sätze: 25:21, 25:22, 25:21.

Ein Paar in Glückseligkeit: Trainer Milan Cernousek und sein junger Spielmacher Philipp Weiß. Der eine hatte nach 4:12-Rückstand im dritten Satz nach einer Veränderung gesucht und der 15-Jährige Weidener die Herausforderung bravourös gemeistert. Auf einmal lief das ins Stocken geratene VGF-Spiel wieder. Der kleine Durchhänger des bis dahin Regie führenden Toni Bican war die Chance des Youngsters. Anschließend gab es nur Worte des Lobes für einen der jüngsten Volleyballer im Marktredwitzer Kader. „Der Philipp hat das wirklich super gemacht“, war der Trainer richtig stolz auf seinen Schützling, der stets die richtigen Entscheidungen traf und die Gäste mit seinen einfachen, aber präzisen und ungemein effektiven Aktionen sichtlich verwirrte.

weiss_vgf-nittenauDen Sieg über den TSV Zirndorf stuft Milan Cernousek unter der Rubrik „extrem wichtig“ und als „Sechs-Punkte-Spiel“ ein. Damit hat die VGF bislang gegen alle vermeintliche Mitkonkurrenten im Abstiegskampf gewonnen, was am Ende entscheidend sein kann. „Ich bin sehr zufrieden, jetzt können wir uns gegen die Großen beweisen und stehen nicht so unter Druck.“

Jeder Heimspielsamstag ein Erlebnis – unter dieser Rubrik wird auch dieser Auftritt der VGF Marktredwitz in der Sebald-Arena landen. Beeindruckend und erdrückend präsentierte sich abermals die Kulisse. 360 Zuschauer, nochmals eine Steigerung zum Saisonstart, erlebten eine VGF, die vor allem in der Abwehr zum Vorjahr noch einmal deutlich zugelegt hat. Was nicht schon am Netz entschärft wurde, kratzten die Spieler aus dem Feld. Das Jugend-Orchester bot erstaunlich harmonische Klänge. Gelegentliche Misstöne wurden geschickt kaschiert, weil einer für den anderen einsprang. Die Zirndorfer Truppe, die fast alle Sätze bis in die Schlussphase offen hielt, war schwerer zu spielen, als es das Ergebnis letztendlich ausdrückt. Letztendlich siegte im langen ersten Durchgang, als die VGF schon 12:16 im Rückstand lag und dann auf 18:17 nach vorne preschte, die Unbekümmertheit über den nervlich doch phasenweise schwächelnden Gegner. Kein Wunder, hat der doch erst zwei Zähler auf dem Konto und wartet noch immer auf den ersten Sieg. Zum Satzende hin avancierte Max Schwinger mit Auge und Köpfchen zum entscheidenden Spieler. Und den zweiten Satzball legte Toni Bican den Zirndorfer spitzbübisch mit dem Zuspielertrick ins Feld.

Im zweiten Durchgang spielte ein hoch konzentrierter Paul Soderer, ebenfalls vom TB Weiden gekommen, immer frecher auf. Mit seinen starken Angaben und überlegten Aktionen hatte er maßgeblich Anteil am Satzgewinn. allerdings war die Vier-Punkte-Führung zum 11:7 rasch aufgezehrt. 18:16 stand es auf einmal für die Gäste, aber der Trainer nahm denen immer wieder mit gezielten Auszeiten und Spielerwechseln den Wind aus den Segeln. Als der überzeugende Jan Liebscher nach einigen verwandelten Diagonalbällen zum 19:17 geblockt hatte, kippte das Spiel endgültig auf die VGF-Seite. Wieder war es der überragende Max Schwinger, der diagonal von links zum 25:22 den Satz unter Dach und Fach brachte.

Der erste Saisondreier schien nach der bis dahin starken und geschlossenen Vorstellung aller VGF-Akteure ganz nah. Doch erst einmal herrschte im dritten Satz Chaos pur. Und da traten sie zutage, die Schwankungen, auf die Milan Cernousek in einer Saison des Neuaufbaus mit so viel jungen Leuten immer wieder hingewiesen hatte. Es werden nicht die letzten gewesen sein. Aber dem Trainer gelang mit der Hereinnahme des bereits erwähnten Philipp Weiß der entscheidende Schachzug. Aufschlagserien von Joschi Liebscher und eben jenes Weiß brachten der VGF bereits den Ausgleich zum 13:13. Die Halle bebte. In dieser Phase buchte die VGF neun Zähler, während dem Gast gerade einer vergönnt war. „Freilich hatten wir hier ein wenig Glück“, räumte der VGF- Trainer ein. Aber das habe sich sein Team verdient. Der Zirndorfer Kollege Andreas Hermann machte gut Miene
zum bösen Spiel, konnte zumindest noch lachen: „Freilich bin ich enttäuscht. Wir haben uns mehr erhofft vor dieser Kulisse, auf die wir uns immer wieder freuen.“

Bericht: Peter Perzl, Frankenpost

Ein „dreckiger Sieg“ mit wenig Glanz

Nicht brilliert, aber gewonnen: Die VGF Marktredwitz vergoldete gestrigen Sonntag in Amberg ihr Volleyball-Wochenende in der 3. Liga Ost mit einem 3:1 (17:25/25:13/25:23/25:19) über den VCO Kempfenhausen und landete damit ihren nächsten Dreier. Allerdings konnte die Truppe von Milan Cernousek vor den 280 Zuschauern in der Trimax-Sporthalle in keiner Phase an die gute Vorstellung vom Vorabend anknüpfen. In einer zähen Partie geriet sie aufgrund vieler Eigenfehler rasch mit fünf Zählern in Rückstand und erholte sich davon auch nicht mehr. Im zweiten Satz löste Toni Bican den jungen Philipp Weiß auf der Zuspielerposition ab. Besser wurde es allerdings erst nach einer Aufschlagserie von Janek Lindner, mit der die VGF von 12:11 auf 21:11 vorentscheidend davoneilte.

Im extrem engen dritten Durchgang, in dem Marktredwitz zwischenzeitlich 13:16 zurücklag und der Trainer alle taktischen Register ziehen musste, entschied letztendlich die etwas größere Erfahrung. Eine klare Sache war Satz Nummer vier. Beim Sieger ragten Libero Petr Koran, Jan Forst und Jan Liebscher heraus. Letzterer sprach am Ende von einem „dreckigen, aber verdienten Sieg“.

Bericht: P.P., Frankenpost

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