Herren 1 – Gehemmt und nervös

Die Volleyballer der VGF Marktredwitz verlieren ihr Drittliga-Auftaktspiel beim TSV Zschopau mit 1:3. Sie haben den ersten Saisonpunkt vor Augen, können aber die Chance nicht nutzen. Die Mannschaft führt in allen Sätzen, macht sich aber durch eine schwache Ballannahme vieles kaputt.

Die VGF Marktredwitz ist mit einer 1:3 (20:25/25:22/24:26/22:25)-Niederlage bei Zweitliga-Absteiger TSV Zschopau in die 3. Volleyball-Liga gestartet. Vor gut 200 Zuschauern vergab die Mannschaft von Trainer Milan Cernousek im dritten Durchgang zwei Satzbälle. Damit hätte sie nach dem neuen Regelwerk bereits einen Punkt sicher gehabt, so aber stand sie völlig mit leeren Händen da.

VGF Marktredwitz: Jan und Joschi Liebscher, Konopka, Forst, Schlegel, Beck, Knauer, Schwob, Orsuliak.
Schiedsrichter: Kai Weise (Knau/Thüringen)/Patrick Scarabis (Lichtenstein/Heinsdorfergrund);
Zuschauer: 200;
Spielzeit: 86 (22/20/22/22) Minuten.

Die Enttäuschung stand den Marktredwitzer Volleyballern buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Der von Milan Cernousek angestrebte eine Punkte war jederzeit möglich. Doch nach einer Verkettung von Fehlern verspielte seine Mannschaft im dritten Durchgang bei einer 24:22-Führung zwei Satzbälle und gab ihn dann mit 24:26 sang- und klanglos ab. Sie hatte übrigens schon 20:13 geführt.

„Ich weiß, dass wir besser spielen können“, erklärte der VGF-Trainer nach den ungemein spannenden, aber keineswegs hochklassigen 86 Minuten. „Das war vielleicht 30 Prozent von dem, was wir beim Turnier in Schwaig gezeigt haben“, bedauert er. Cernousek hatte in dem „Duell auf Augenhöhe“, wie es sein Tschopauer Kollege Thomas Pfeifer beschrieb, „ein bisschen zuviel Nervosität“ bei den Seinen ausgemacht.

Zwei Faktoren waren letztendlich spielentscheidend: Harte und rasiermesserscharf über die Netzkante geschlagene Aufschläge der Sachsen, wobei die Bälle in der riesigen, aber schwach beleuchteten Halle oft flatterten, und eine daraus folgende unterirdische Ballannahme auf Seiten der Fichtelgebirgler. Entsprechend schwankend gestalteten sich die Services von Zuspieler Petr Konopka, der sich anstecken ließ von den zahlreichen Unsicherheiten. Auch der Gegner hatte seine Schwächephasen, „aber wir haben ein paar Fehler weniger“ gemacht“, freute sich der Tschopauer Trainer „in erster Line über das Ergebnis“.

Konopka/Libscher beim BlockSeine Mannschaft verzeichnete außerdem in Feldabwehr und Angriff ein Plus, wo doch auf VGF-Seite Hoffnungsträger Harry Schlegel und sein junger Beachkollege Yannic Beck noch deutlich Luft nach oben haben. Vor allem vermisste man die druckvollen Sprungaufschläge des ehemaligen Schwaigers, die er eigentlich beherrscht, wie Cernousek versichert. Jan Liebscher, der sein Team unentwegt nach vorne peitschte,
hatte zumindest einmal Erfolg damit, stellte das Vorhaben aber nach zwei weiteren Fehlversuchen ein.

Während die Zschopauer in Diagonalspieler Knöbel, Nentwich und Böttiger ihre Chancen über Außen und Mitte zum richtigen Zeitpunkt entschlossen nutzten, brachte die VGF ihre Bälle einfach nicht tot. Irgendwie wirkten alle Gäste-Akteure in dieser völlig neuen Besetzung noch gehemmt, fanden phasenweise auch keinen richtigen Zugriff auf die Partie, während die Automatismen auf der anderen Seite griffen. Es passte ins Bild, dass die Schiedsrichter bei strittigen Szenen fast immer gegen die VGF entschieden. Auf Gäste-Seite lieferte Joschi Liebscher noch die konstanteste Leistung ab. „Die Niederlage ist nicht tragisch, aber sie tut weh“, versuchte Milan Cernousek abzumildern. Was sie aber umso bitterer macht: Seine Volleyballer führten in allen Sätzen mindestens einmal mit drei Zählern – im ersten mit 9:6, im zweiten ständig, im dritten mit 6:1 und im vierten und letzten Durchgang mit 11:5 und noch bis zum 18:17. „Aber wenn der Gegner zwei, drei Punkte macht, herrscht bei uns auf einmal Panik“, bedauert der Marktredwitzer Trainer, dem bis zur Heimpremiere gegen Jena zwei Wochen Zeit verbleiben, vor allem an der Ballannahme zu feilen.

Nur ein schwacher Trost war da für den angesäuerten Kapitän Jan Liebscher das süße Knabbergebäck einer Zschopauer Bäckerei, dass ihm der sehr gastfreundliche TSV überreichte, versehen mit den Worten: „Ein Gruß aus Zschopau“. Er wird sich auch so noch längere Zeit an den knapp 15000-Einwohner-Ort erinnern.

Peter Perzl

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