Herren 1 – Bei der VGF geht es noch jünger

Der Marktredwitzer Trainer überrascht beim Sieg über Dachau mit vier Teenagern in der Startformation. Die Volleyballer bleiben Zweiter in der 3. Liga, tun sich aber lange schwer.

VGF Marktredwitz – ASV Dachau II 3:0

VGF Marktredwitz: Jan und JoschiLiebscher, Weiß, Soderer, Janek und Jonas Lindner, Koran, Schwinger, Zakrzewski (Forst).
Schiedsrichter: Simon/Weißenfels (Altenstadt/Erlangen).
Zuschauer: 290.
Sätze: 25:19, 25:23, 25:18.
Spielzeit: 59 (17/22/20) Minuten.

Milan Cernousek machte aus der Not eine Tugend. Drei 16-Jährige und ein 17-Jähriger in der Startformation – eine Premiere für eine Mannschaft, der einst der Ruf als „Oldie-Truppe“ vorauseilte. Und gegen den unbequemen Tabellenvorletzten sicher ein ganz schön mutiger Schritt. „Ich hatte ja kaum eine andere Wahl“, begründet der Marktredwitzer Trainer seine Entscheidung, nachdem Jan Forst erst Stunden zuvor mit seiner Schulklasse von einer Skiwoche zurückgekehrt und Max Schwinger nach einer im Training erlittenen Bänderverletzung nur für den Ernstfall vorgesehen war. Mit den Youngstern sowie Jan und Joschi Liebscher und dem zuverlässigen Libero Petr Koran zog die VGF ihr Ding mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren zwei Sätze lang durch. Nicht immer souverän, phasenweise holprig, aber erfolgreich.

Und sie bekam nichts geschenkt angesichts oft nicht nachvollziehbarer Entscheidungen des Hauptschiedsrichters Stefan Simon, die in dieser gehäuften Form schon Seltenheit haben. Entsprechend erregt reagierte auch das Publikum, das spürte, dass den Ihren Unrecht widerfuhr. „Im zweiten Satz haben wir gefühlte 35 Punkte holen müssen, um 25 einzufahren“, machte Kapitän Jan Liebscher seinem Ärger Luft. Gestenreich und kopfschüttelnd suchte er immer wieder den Blickkontakt zum Unparteiischen. Das brachte dem sonst eher besonnenen Marktredwitzer Kapitän sogar eine gelbe Karte ein, was im engen zweiten Durchgang einen Punkt Abzug für sein Team zum 19:21 bedeutete.

VGF Block

Den ersten hatte die VGF relativ sicher gebucht, nachdem sie sich mit vier Zählern auf 16:12 absetzte. Doch im zweiten sah sich die Mannschaft meist im Hintertreffen, bei 17:20 sogar im gefährlichen Bereich. Das Manko der im Feld gut verteidigenden Heimmannschaft: Sie brauchte ständig drei, vier, manchmal fünf Anläufe, um ihre Fälle tot zu kriegen. „Wenn Dachau als Verlierer mehr Blockerfolge verzeichnet wie wir, hat etwas nicht ganz gestimmt“, resümierte Milan Cernousek.

Sicherheitshalber setzte der dann doch auf die Erfahrung des angeschlagenen Max Schwinger, für den Paul Soderer das Feld verließ, der einige kleine Durchhänger verriet. Vielleicht hatte sich am Ende bei Jan Liebscher aufgrund der verbalen Scharmützel soviel Adrenalin aufgestaut, dass er fortan über sich hinauswuchs und für die entscheidenden Punkte verantwortlich zeigte: den 22:22-Ausgleich und die 24:23-Führung, was den ersten Satzball bedeutete. Und gleich der erste stellte die überforderte Gäste-Annahmespieler vor ein unlösbares Rätsel.

Die 2:0-Satzführung gab dann auch mehr Sicherheit. Für den dritten Durchgang brachte Cernousek dann Lukas Zakrzewski. Der sich mit den Röslauer Landesliga-Fußballern noch in der Winterpause befindliche Mittelblocker sollte Spielpraxis erhalten. Denn er ist für die Schlagerpartie am 30. Januar zwischen der zweitplatzierten VGF und dem Dritten aus Deggendorf als wichtige Alternative vorgesehen, wie der Trainer verriet. Entsprechend unterstützt wurde er von einigen seiner Röslauer Fußballerkameraden.

Und Zakrzewski, der sich mit vier Trainingseinheiten auf seinen Einsatz vorbereitet hatte, machte seine Sache hervorragend, ist in jedem Fall eine Bereicherung für das Team. Nach 3:5-Rückstand in Durchgang drei drehte die VGF die Partie dann zu ihren Gunsten, musste aber immer noch höllisch aufpassen, die hartnäckigen Dachauer auf Distanz zu halten. Erst nach dem 21:17 ergaben sich die Gäste sichtlich demoralisiert in ihr Schicksal, donnerten einige Bälle ohne Not ins Netz.

Der Marktredwitzer Trainer, der neben der Leistung seines Kapitäns die vom jungen Spielmacher Philipp Weiß hervorhob, sieht den nächsten Aufgaben nun wieder deutlich gelassener entgegen: „Wir brauchen keine Angst haben“, sagt Trainer Milan Cernousek. „Noch zwei Siege, dann sollten wir endgültig nach hinten abgesichert sein.“

Bericht & Foto: Peter Perzl, Frankenpost

Der Eintrag wurde in der Kategorie Herren 1 gepostet

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.